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Umzug nach Brasilien

Geschrieben von Vince
Vince
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am Freitag, 29 April 2011
in Visa and Documents

Ich werde im September nach Brasilien umziehen. Hat jemand Erfahrung mit der Registrierung?

Ich würde gern wissen, wo ich Erfahrungen finden kann, was den Umzug nach Brasilien, die Mitnahme von Gegenständen, Zölle, Konten usw. betrifft. Vielen Dank. V.

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Kommentare

Administrator
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Administrator hat noch keine Informationen über sich angegeben
Benutzer ist offline
Administrator Freitag, 29 April 2011

If you move to Brazil take care to get your Visa already in your home country. They inform you well about the rules and what to do after your arrival. I had one month time to get registered at the Policia Federal at the airport of Rio. They gave me a list what to do, where to go and what I should have with me... This worked fine, respecting every detail of the list. Some things took some time but I did not have dificulties. Just let me know, if you wnat to know something special... If you don´t speak Portuguese, I would recommend to accept the service of a professional Agency...

Jorg Kramer
Jorg Kramer
Jorg Kramer hat noch keine Informationen über sich angegeben
Benutzer ist offline
Jorg Kramer Montag, 02 Mai 2011

Ich hatte mal auf meiner Webseite meine Erfahrungen zum Umzug nach Brasilien gemacht. Kopiere jetzt den Text, vielleicht hilft es ja jemandem.

1. Heirat/ Kind mit einer Brasilianerin

Heirat und Kind muss beim brasilianischen Konsulat registriert werden. Formulare und Anforderungen dazu findet man auf der Internetseite des Generalkonsulats. In meinem Fall (Baden Württemberg) war München zuständig. Bei der Vorsprache in München waren fast alle Dokumente vorhanden, fehlendes kann nachgereicht werden.

Kommentar:

Die Mitarbeiter des Konsulats waren sehr nett und auskunftsbereit. Die Öffnungszeiten waren sehr entgegenkommend (10-14 Uhr), wenn man von etwas weiter her anreist. Werden die Papiere abgegeben, überprüft sie der Mitarbeiter und nimmt sie entgegen. Gebühren müssen sofort entrichtet werden. Dokumente werden dann an die Meldeadresse zugeschickt. Hat problemlos geklappt. Es blieb lediglich ein Kommentar, dass die Dokumente noch in Brasilia bei einem Notar registriert werden müssen. Das haben wir noch nicht gemacht, weil es einen Hinweis gab, dass man das auch am zukünftigen Wohnort erledigen kann.

2. Antrag auf Aufenthaltserlaubnis

Für die Aufenthaltserlaubnis erbittet sich das Konsulat 6-8 Wochen Bearbeitungszeit, besser 3 Monate. Man muss wieder die geforderten Dokumente (siehe Webseite) zusammenstellen und dann persönlich abgeben. Auch wird ein aktuelles Führungszeugnis verlangt. Sind dort Einträge vorhanden, muss das Führungszeugnis von einem beglaubigten Übersetzer übersetzt werden.

Kommentar:

Wieder wurden alle Papiere von einer Mitarbeiterin entgegen genommen. Die Gebühr betrug ca. 230 Euro. Eine Garantie, dass man die Aufenthaltserlaubnis erhält, wird nicht gegeben. Ein Kind ist hilfreich, da "immer zum Wohle des Kindes" entschieden wird. In meinem Fall lag die Frist über die Weihnachtsfeiertage. Ich bin auf "gut Glück" nach München gefahren, weil die 8 Wochen schon vorbei waren. Die Bestätigung aus Brasilia war schon angekommen und die Aufenthaltserlaubnis wurde sofort ausgestellt. Man muss innerhalb von 3 Monaten nach Ausstellung in Brasilien einreisen und sich dann dort innerhalb von 30 Tagen registrieren, sonst verfällt das Visum.

3. Einreise

Flug buchen, ankommen. Wir haben keine Probleme mit der Einreise gehabt.

4. Umzug

Unseren Hund haben wir mitgenommen. Wir haben in in D noch impfen lassen, allerdings war die 4 Wochen Frist für Tollwut nicht mehr einhaltbar. Hat aber später keine Probleme bereitet, weil der Amtsarzt trotzdem attestiert hat. Die Mitarbeiterin beim Generalkonsulat hat eine Ausnahme gemacht und das Dokument beglaubigt, obwohl ich hätte zuerst ein Formular anfordern, dann zum Arzt gehen und dann nach München kommen sollen. Der Hund muss in Brasilien vorgeführt werden. Dazu waren auch drei Formulare auszufüllen.

Für den Umzug kann man eine Spedition beauftragen. In unserem Fall war es Schenker sein. Der Umzug ist aber noch nicht vollzogen. Dafür hat man 6 Monate nach der Einreise noch Zeit. Es muss eine Frachtliste auf Deutsch und auf Portugiesisch erstellt werden mit Angabe der Inhalte und des Gewichts.

5. Formalitäten nach der Einreise

Zunächst muss die Frist der Registrierung (30 Tage) eingehalten werden. Hierzu bin ich zum Flughafen in Rio gefahren, um mir bei der Polícia Federal ein Papier abzuholen, was man alles benötigt. Fast alle der geforderten Dokumente hatte ich schon vom Generalkonsulat kopiert und beglaubigt bekommen. Das hat also eine Menge Laufarbeit erspart. Allerdings mussten noch zwei Zahlungen vorgenommen werden. Dazu muss man sich im Internet unter einer bestimmten Adresse einloggen und die Rechnungen selbst ausdrucken. (Wie die heißen wird auf der Dokumentenliste markiert, der Link war nicht einfach zu finden) Mit den ausgedruckten Rechnungen geht man dann zur Banco de Brasil, Caixa oder einer Lotto-Annahmestelle (in meinem Fall) und bezahlt die dort. Die Rechnung + Quittung muss man dann vorzeigen. Als ich alles komplett hatte bin ich dann wieder zur Polícia gefahren und habe nach etwas Wartezeit meine Papiere abgeben können. Danach wurden allen Finger die Abdrücke entnommen und nach noch etwas Wartezeit habe ich ein Protokoll (=Schnipsel mit Stempel und Foto) bekommen. Eine Ausweiskarte kann ich nach 6 Monaten abholen.

Die zweite Formalität ist die CPF-Nummer. Ich hatte meine Nummer als Ausländer schon vorher beantragt. Dies war eigentlich ohne große Probleme möglich. Dazu war ich in Salvador da Bahia im Ministero da Fazenda in der Nähe des Hafens. Man bekommt ein Papier mit der Nummer. Die CPF muss man jährlich bestätigen, z.B. bei der Banco do Brasil. Was mir noch fehlte, war die "Regularisierung" und die "2a via" (blaue Karte). Hier ist der Weg ähnlich. Man beantragt bei der Banco do Brasil, was man braucht. Man bekommt ein Papier, mit dem man an der Kasse einen Betrag bezahlt (bei mir je 5,50 R$). Ist der Betrag bezahlt, kann man wieder ins Internet und muss sich dort eine "Senha" (=Termin) für sein Anliegen abholen bzw. ausdrucken. Mit diesem Termin geht man dann entsprechend zur Receita da Fazenda (in meinem Fall in Ipanema) und kommt relativ zügig dran. Kommentar: ist eigentlich ein praktisches System, wenn man sich daran gewöhnt hat und weiß, wo man auf der Internetseite suchen muss. Dies hat mir aber die freundliche Dame am Schalter bei meinem ersten Besuch gezeigt. Ich bin beim zweiten Mal umsonst hingegangen, weil ich eigentlich schon nach dem ersten Besuch auf die Zusendung der blauen Karte warten konnte (=automatisch nach 30 Tagen). Ich habe aber zum Trost noch ein Dokument bekommen, das ggf. von einer Stelle gefordert werden könnte und bescheinigt, dass mein Name "sauber" ist.

Die dritte (und wohl komplizierteste) Formalität wurde mir von einem Freund sehr erleichtert, indem er mir einen festen Telefonanschluss besorgt hat, schon bevor ich angekommen war. Man braucht an vielen Stellen einen Nachweis für die Wohnhaftigkeit (endereco). Dafür werden alle Rechnungen oder offizielle Schreiben (i.d.R. Strom-, Telefonrechnung oder Bankauszug der Banco do Brasil) an eine feste Adresse akzeptiert, wenn sie nicht älter als 3 Monate sind. Motto: Wenn man Post bekommen hat, wohnt man auch da... Problematisch könnte sein, dass viele der Stellen erst einen Wohnort nachgewiesen haben wollen, bevor man etwas bekommt und dann das Schreiben erhält.

Hat man alle Papiere zusammen, kann man dann auch ein Konto bei der Banco do Brasil eröffnen. Viele Banken wollen einen Einkommensnachweis, was kurz nach dem Umzug schwierig sein könnte.

Erfahrungen:

Viele werden jammern und die Formalitäten als schwierig oder lästig empfinden. Bedenkt man, dass man sich in einem anderen Land mit anderen Voraussetzungen und Gewohnheiten befindet, sollte man nicht zu schnell kritisieren. Aus meiner Erfahrung mit Sprachschülern, die den gleichen Prozess in Deutschland durchlaufen haben, schließe ich, dass es mir hier nicht schlechter ergangen ist, sondern dass ich eher freundlicher aufgenommen wurde. Die Hürden (andere Sprache, andere Sitten, unbekannte Wege, Missverständnisse, ...) müssen auf jeden Fall genommen werden.

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